City-Outlet: Grüne warnen vor hohen Kosten und mangelnder Tragfähigkeit

Pressemitteilung: 11.03.2026

Die Grünen in Bad Lippspringe äußern erhebliche Bedenken gegenüber dem geplanten City-Outlet. Das Konzept der Projektgesellschaft wurde mehrfach verkleinert und bleibt deutlich hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück, während die Kosten weiterhin für die Stadt hoch bleiben. In seiner derzeitigen Form droht das Projekt, mehr Probleme zu verursachen, als es löst, und könnte bestehende Strukturen wie den Wochenmarkt gefährden.

Besonders kritisch sehen die Grünen das Parkraumkonzept: Die Parkplatzsituation für Bevölkerung, Beschäftigte und Besucher des Gartenschaugeländes würde sich verschärfen, und die Mobilitätsstation am Vorderflöß mit Radstation am Stadtrand erscheint wenig praktikabel und erfüllt kaum die Anforderungen einer funktionierenden, stadtnahen Infrastruktur. Fehlen geeignete Parkplätze, müssten Beschäftigte auf Shuttle-Lösungen zurückgreifen, was sowohl die Effizienz der Betriebe als auch den Kundenservice beeinträchtigen würde. In anderen Städten sorgen Projektgesellschaften selbst für Parkraum, in Bad Lippspringe sollen jedoch die Bürgerinnen und Bürger die Folgen tragen.

Auch finanziell bestehen Risiken: Die Stadt müsste im Vorfeld umfangreiche Leistungen erbringen, während zentrale Fragen zu Zeitplan, Tragfähigkeit und Umsetzung offenbleiben. Ebenfalls wurden die Einnahmen auf Seiten der Stadt bisher nicht transparent dargestellt.

Darüber hinaus drohen durch den erhöhten Verkehrsfluss negative Auswirkungen auf Luft- und Lebensqualität – Aspekte, die bislang kaum berücksichtigt wurden. Besonders kritisch ist auch der Gesundheitsaspekt: Bad Lippspringe ist als Kur- und Heilort bekannt, und steigender Suchverkehr, Lärm, Stau und Abgase könnten die Erholung, das Wohlbefinden der Gäste und die Kurqualität erheblich beeinträchtigen.

Die Grünen fordern daher eine transparente Offenlegung aller Planungen und ein Konzept, das städtische Entwicklung, Klimaschutz, Luft- und Lebensqualität, Gesundheit sowie den Schutz bestehender Strukturen gleichermaßen berücksichtigt. Eine nachhaltige und tragfähige Stadtentwicklung darf nicht zulasten der Bevölkerung und der Kurqualität gehen.

Statt eines großflächigen City-Outlets sehen die Grünen Chancen für eine nachhaltige Stadtentwicklung, etwa durch sanften Tourismus, die Förderung von Kultur- und Freizeitangeboten, Sportangebote und innovative Gastronomie. Das Gartenschaugelände als Kleinod könnte weiterhin Besucherinnen und Besucher anziehen. Eingebettet in den Kurwald bietet es die Möglichkeit, ökologische Lebensräume zu erhalten und die Artenvielfalt zu stärken. Die Grünen möchten wirtschaftliche Nutzung mit ökologischer Verantwortung, städtischer Entwicklung und gesundheitlicher Erholung verbinden, ohne bestehende Strukturen zu gefährden oder die Umwelt zu belasten.

Die Grünen betonen, dass sie das Projekt nicht grundsätzlich ablehnen, fordern jedoch, dass angesichts der angespannten Haushaltslage finanzielle Vorleistungen der Stadt, die teilweise schon getätigt wurden, tragbar bleiben und Risiken für Bevölkerung und Gäste minimiert werden. Eine sorgfältige Prüfung der Tragfähigkeit, der Verkehrslösungen sowie der Auswirkungen auf Luft-, Umwelt- und Gesundheitsqualität ist unabdingbar, bevor weitere Entscheidungen getroffen werden.