Die aktuelle Mitteilung der Projektgesellschaft bestätigt zentrale Bedenken, die wir seit Längerem äußern. Die Verschiebung der Eröffnung auf 2027 – wonach in der Presse erst vor zwei Tagen zu lesen war, dass die Eröffnung „sicher sei“ – wird als „zusätzliche Chance“ dargestellt, ist aber vor allem ein Hinweis darauf, dass das ursprüngliche Konzept in seiner bisherigen Form nicht tragfähig war.
Die Argumentation, man habe nun „ausreichend Ladenlokale“ und gleichzeitig müssten erst neue, größere Flächen „in weiteren Baumaßnahmen“ geschaffen werden, ist widersprüchlich. Sie legt nahe, dass die bislang vorgesehenen Strukturen für die angekündigten Marken nicht geeignet sind – ein strukturelles Problem, das nun mit zusätzlichem Bauaufwand und weiterem Zeitverzug kompensiert werden soll.
Damit steigen die Risiken erheblich. Neue Bauprojekte bedeuten längere Realisierungszeiten und zusätzliche Unsicherheiten. Gleichzeitig bleibt unklar, welche finanziellen Konsequenzen daraus für die Stadt entstehen – insbesondere im Hinblick auf Infrastruktur, Parkraum und Verkehr. Hier erwarten wir endlich transparente Zahlen und eine klare Darstellung der Risikoverteilung.
Auch kommunikativ bleibt das Vorgehen unzureichend. Ankündigungen von (noch nicht terminierten) Informationsveranstaltungen ersetzen keine kontinuierliche, nachvollziehbare Einbindung von Anwohnern, Gewerbetreibenden und politischer Öffentlichkeit. Vertrauen entsteht nicht durch punktuelle PR-Termine, sondern durch belastbare Fakten und frühzeitige Beteiligung.
Unterm Strich verschiebt sich das Projekt weiter in die Zukunft, während zentrale Fragen unbeantwortet bleiben: Welche Marken sind tatsächlich vertraglich gebunden? Wie belastbar ist das Wirtschaftslichkeits- und Betriebskonzept? Und welchen konkreten Mehrwert hat das Projekt langfristig für die Stadt – jenseits von Versprechen?