Quo vadis City- Outlet? Neues Geschäftshaus wirft weitere Fragen auf

Pressemitteilung der Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN Bad Lippspringe, 23.07.2026

Mit der öffentlichen Vorstellung eines weiteren Geschäftshauses an der Bielefelder Straße in der Presse erhält das City-Outlet-Projekt eine neue Dimension. Geplant sind laut Bericht des Westfälischen Volksblattes vom 30. Juni und der Neuen Westfälschen vom 01. Juli rund 1.600 Quadratmeter zusätzliche Verkaufsfläche sowie 117 PKW-Parkplätze auf zwei Ebenen. Begründet wird das Vorhaben damit, dass bekannte Marken größere Verkaufsflächen benötigten und diese Voraussetzung bislang nicht gegeben seien.

Aus Sicht der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Bad Lippspringe bestätigt diese Entwicklung jedoch zahlreiche Bedenken, die sie bereits vor längerer Zeit geäußert haben.

Besonders kritisch sehen die Grünen den Zuwachs an innerstädtischen Parkflächen, die über den Engpass Bielefelder Straße und Friedrich-Wilhelm-Weber-Platz angefahren werden sollen, einem bereits jetzt verkehrsmäßig stark belasteten Straßenzug, der während anstehender Baumaßnahmen eine gewisse Zeit nicht nutzbar sein wird. Die Standortanalyse attestierte der Bielefelder Straße und Detmolder Straße bereits 2020 eine nur „begrenzte Leistungsfähigkeit […] als Hauptdurchfahrtsstraße und bedeutendste PKW-Zufahrt“ (ecostra Standortanalyse, 2020, S.38), um nur einen Grund zu nennen, warum Parkplätze in diesem Bereich der Stadt die Verkehrssituation nur noch weiter strapazieren.
Darüber hinaus wurde in der Standortanalyse mit Nutzungsgrobkonzept zur möglichen Realisierung eines City-Outlets aus dem Jahr 2020 argumentiert, dass sich das Projekt „auf verschiedene, zumeist kleinteilige Flächen in der Innenstadt verteilt“ werden solle, was „v.a. durch eine Nachnutzung bestehender Leerstandsflächen realisiert werden“ solle (ecostra Standortanalyse 2020, S.5). Nun zeigt sich, dass weitere Neubauten, neben dem in der Arminiusstraße, mit deutlich größeren Verkaufsflächen erforderlich sein sollen, um die für das Projekt zwingend notwendige Ankermieter gewinnen zu können. Dies wirft die Frage auf, ob die ursprünglichen Planungen tatsächlich jemals realistisch waren. Statt die vorhandene Innenstadt zu stärken, entstehen zunehmend neue, großflächige Handelsimmobilien. Hierbei sieht die grüne Fraktion die Gefahr, dass die bestehenden Ladenlokale im Leerstand verbleiben. Damit würde die Attraktivität der Innenstadt nicht gesteigert und möglicherweise sogar der „Leerstand von Morgen“ gebaut.

Zentrale Fragen bleiben weiterhin für die Bürgerinnen und Bürger unbeantwortet: Man erfährt bislang nur wenig über die Marken, über die wirtschaftlichen Risiken und über die finanziellen Auswirkungen für die Stadt.

Ihren Bedenken gegenüber dem angekündigten Neubau hat die Fraktion Ausdruck verliehen, indem die grünen Mitglieder im zuständigen Fachausschuss gegen die Vergabe des Grundstücks an den Investor stimmten.