Wie steht es um „unseren Wald“? Ist er für die Zukunft gut aufgestellt? Gemeinsam mit dem Forstwissenschaftler Dr. André Hardtke haben die Grünen Bad Lippspringe kürzlich den heimischen Kurwald begangen und Antworten auf diese Fragen gesucht. Das rund 200 Hektar große Areal zeigte sich dabei von seiner besten Seite und die Teilnehmenden konnten viel lernen.
Was den Bad Lippspringer Kurwald besonders auszeichnet, ist seine kleinräumige Struktur, die ein abwechslungsreiches Waldbild ergibt. Selbst in den reinen Nadelholzbereichen setzt sich dieser Facettenreichtum fort: hier wachsen Douglasien, Fichten, Kiefern und Küstentannen nebeneinander. Ein großes Plus für die Widerstandsfähigkeit des Waldes ist zudem die ausgeprägte Altersmischung der Bäume.
Dem geschulten Blick des Forstwissenschaftlers fiel die beeindruckende Artenvielfalt im Heilwald schnell auf, sodass sich die Teilnehmenden im Bestimmen verschiedener Baumarten üben konnten. Neben Rotbuche, Traubeneiche und Stieleiche prägen auch Feldahorn, Bergahorn, Eiben, Linden, Pappeln und Wildkirschen das Bild – um nur einige zu nennen.

Sorge bereiteten André Hardtke jedoch einige Bereiche, die stark von der spätblühenden Traubenkirsche unterwachsen sind. Diese Baumart wurde aus Nordamerika eingeführt und breitet sich hier dramatisch aus. Die invasive Art behindert Sämlinge heimischer Baumarten und wächst gleichzeitig nur zu blattreichen Sträuchern und kleinen Bäumen aus, die nicht forstwirtschaftlich genutzt werden können. In dichten Baumbeständen im Kurwald, wo die Bäume ein geschlossenes Kronendach bilden, reguliert sich das Problem voraussichtlich von selbst, da die Traubenkirsche viel Licht benötigt. In den Kiefernbeständen sieht es leider anders aus und durch das lichtere Kronendach der Kiefern findet die Traubenkirsche ideale Bedingungen. Die Bekämpfung dieses Neophyten ist aufwendig und kostenintensiv. Für diese Bereiche muss in Zukunft genau überlegt und geplant werden, wie man mit dem Unterwuchs umgeht, um den Wald langfristig im Gleichgewicht zu halten.
Ist unser Wald also zukunftsfähig? Unser Eindruck ist positiv. Die Entfernung der Traubenkirsche wird eine Herausforderung darstellen und wir beobachten diese sorgfältig.
