Stellungnahme der Bad Lippspringer Grünen zur Aktion der Blauen Burg

Die Aktion Blaue Burg des Kulturfonds Bad Lippspringe e.V. mit dem Aktionskünstlers HA Schult wird derzeitig kontrovers diskutiert. Auch die Bad Lippspringer GRÜNEN haben sich im Vorfeld sehr intensiv mit der Blaufärbung der Burg und der damit einhergehenden Intention, auf Wasserverschwendung und Wassermangel hinzuweisen, beschäftigt. Zusammenfassend können wir feststellen, dass wir dieser Aktion kritisch gegenüberstehen. Besonderen Wert legen wir auf die Tatsache, dass keine städtischen Gelder für diese privat initiierte Kunstaktion zur Verfügung gestellt worden sind.

Als Gesellschaft stehen wir vor einer immer drängenderen Herausforderung: der effektiven Bewältigung der Wasserknappheit und der Vermeidung von Wasserverschwendung. Angesichts wachsender Bevölkerungszahlen, des Klimawandels und der zunehmenden Belastung der natürlichen Ressourcen ist es unerlässlich, dass wir Maßnahmen ergreifen, um unseren Wasserverbrauch nachhaltig zu gestalten. Umso wichtiger ist es, dass wir mit nachhaltigen Aktionen auf diese globalen Missstände regelmäßig hinweisen.

Insgesamt ist es von entscheidender Bedeutung, dass wir als Gesellschaft kollektiv handeln, um Wasserverschwendung zu vermeiden. Es erfordert jedoch eine enge Zusammenarbeit von Regierungen, Unternehmen und Bürger:innen, um eine nachhaltige und verantwortungsvolle Nutzung unserer kostbaren Wasserressourcen sicherzustellen. Nur durch gemeinsame Anstrengungen können wir eine lebenswerte und nachhaltige Zukunft für kommende Generationen schaffen.

Die Idee hinter der Kunstaktion unterstützen wir vollumfänglich. Jedoch erkennen wir neben der Medienwirksamkeit keinerlei nachhaltige Maßnahmen, Aktionen oder Projektumsetzungen auf lokaler Ebene, welche die Verschwendung von Wasser thematisieren würde. Vielmehr befürchten wir sogar, dass im Anschluss an die Aktion durch das Abwaschen der Farbe zusätzlich eine Menge Wasser verbraucht wird und ggf. die Umwelt und der Quellteich der Lippe in Mitleidenschaft gezogen werden. Wir nehmen aber sehr wohl zur Kenntnis, dass entsprechende Fachleute eine Unbedenklichkeit der Maßnahmen und der Inhaltsstoffe der Farbe öffentlich zugesichert haben.

DIE GRÜNEN in Bad Lippspringe möchten konkrete Vorschläge zur Vermeidung von Wasserverschwendung machen und haben dazu den folgenden Maßnahmenkatalog entwickelt.  Dessen Umsetzung werden wir im Rahmen unserer kommunalpolitischen Arbeit vorantreiben:

  1. Sensibilisierung und Bildung: Eine effektive Vermeidung von Wasservergeudung beginnt mit einer breiten Sensibilisierung der Bevölkerung für dieses Thema. Die Stadtverwaltung und lokale Bildungseinrichtungen sollen gemeinsam Informationskampagnen starten, um das Bewusstsein für den Wert von Wasser zu stärken und die Bevölkerung über effiziente Wasserpraktiken aufzuklären. Wir würden uns wünschen, wenn begleitend zur Kunstaktion, beispielsweise im Rahmen vom grünen Klassenzimmer, der Volkshochschule und der städtischen Schulen das Thema direkt und unmittelbar unterrichtet und vermittelt wird.
  2. Verbesserung der Infrastruktur: Investitionen in die Modernisierung der Wasserversorgungsinfrastruktur sind von entscheidender Bedeutung. Die Verwendung von veralteter Technologie führt oft zu Leckagen und Wasserverlusten. Durch den Einsatz moderner Technologien wie intelligenten Wassermessgeräten, Leckage Sensoren und effizienter Bewässerungssysteme (z.B. in der Gartenschau) können wir den Wasserverbrauch deutlich reduzieren. Die GRÜNEN in Bad Lippspringe werden im Zuge Ihrer Ratsarbeit die Verwaltung in den zuständigen Ausschüssen auf die Bad Lippspringer Infrastruktur ansprechen. Wie ist der Stand, welche Maßnahmen haben wir als Stadt ergriffen, um unnötige Verluste zu vermeiden?
  3. Wassersparende Technologien und Produkte: Die Förderung und der Einsatz wassersparender Technologien und Produkte in Haushalten, Industrie und Landwirtschaft sind unabdingbar. Beispielsweise können wassersparende Toiletten, Duschköpfe und Waschmaschinen den Wasserverbrauch erheblich senken. Die Bad Lippspringe GRÜNEN erwarten, dass die Bürger:innen – gerne in Zusammen mit dem lokalen Handwerk – auf diese Möglichkeiten hingewiesen werden. Die Bad Lippspringer GRÜNEN werden einen Informationsveranstaltung zum Wassersparen anbieten.
  4. Landwirtschaftliche Wasserwirtschaft: Die Landwirtschaft ist einer der größten Verbraucher von Wasser. Durch die Umstellung auf effizientere Bewässerungsmethoden wie Tröpfchenbewässerung und die Verwendung von trockenresistenteren Pflanzen kann der Wasserverbrauch in der Landwirtschaft erheblich reduziert werden.
  5. Wassernutzung in der Industrie: Die Industrie spielt ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Wasserverschwendung. Es müssen lokale Anreize geschaffen werden, um wassersparende Praktiken in der Produktion zu fördern und den Wasserverbrauch in industriellen Prozessen zu minimieren.
  6. Regenwassernutzung: Das Sammeln und Nutzen von Regenwasser für nicht-trinkwasserverwandte Zwecke wie Bewässerung, Toilettenspülung und Reinigung kann die Belastung der Trinkwasserversorgung erheblich reduzieren. Die Bad Lippspringer GRÜNEN setzen sich dafür ein, dass die Nutzung und Sammlung von Regenwasser stärker in den kommunalen Satzungen Berücksichtigung finden.
  7. Gesetzliche Regelungen und Anreize: Es sollten strengere Wasserschutzgesetze erlassen und Anreize für Unternehmen und Privatpersonen geschaffen werden, um Wasserverschwendung zu vermeiden. Dies könnte unter Anderem in Form von Steuervergünstigungen oder finanziellen Belohnungen für wassereffiziente Praktiken im Satzungsrecht der Stadt Bad Lippspringe geschehen.
  8. Wasserrecycling und Wiederverwendung: Die Förderung von Wasserrecycling und -wiederverwendung in industriellen Prozessen und im Haushalt kann dazu beitragen, den Bedarf an Frischwasser zu reduzieren und gleichzeitig den Wasserverbrauch zu minimieren.

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